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Wasserleitung eingefroren? So passiert das nicht mehr

April 2, 2019 7:43 pm Published by

In einem Winter mit lang anhaltenden Frostperioden passiert es immer wieder, dass Wasserleitungen einfrieren. Dadurch können erhebliche Schäden an den Anlagen entstehen. Die eingefrorenen Leitungen können aufreißen oder platzen. Eine Reparatur wird in den meisten Fällen sehr teuer. Daher ist es grundsätzlich besser, vor der Winterperiode alle gefährdeten Wasserleitungen und Heizungsanlagen zu schützen. 

Am besten geschieht das durch Entleeren der Leitungsrohre und aller Wasser führenden Anlagen in nicht benötigten Räumen und Gebäuden. Hier gilt es auch, an den Wasserhahn im Garten zu denken. Der Haupthahn im Haus ist zu schließen. Damit kein Wasser in der Leitung stehen kann, bleibt draußen der Wasserhahn etwas geöffnet. Wo ein Entleeren nicht möglich ist, sind die Leitungen gut zu isolieren. Doch das ist bei kräftigem Frost oft kein ausreichender Schutz.

Eine tägliche Kontrolle zeigt, ob es erforderlich ist, die Isolierung zu verstärken oder mit geeigneten Möglichkeiten, für eine Erwärmung der Umgebungstemperatur zu sorgen. Ein ständiger geringer Wasserdurchfluss kann ebenfalls vor dem Einfrieren schützen. Das trifft besonders auf die Heizungsanlagen in nicht benutzten Räumen zu. Hier ist darauf zu achten, dass immer eine geringe Wasserzirkulation erfolgt. Die Heizungsanlage muss auf einer niedrigen Stufe weiterlaufen, damit kein Wasserstillstand in den Rohren eintritt. Die Frostschutzeinstellung an der Heizung und an den Thermostaten ist dafür ausreichend.

Wenn eine Wasserleitung trotzdem einmal eingefroren ist, gilt es, zunächst den eingefrorenen Abschnitt so weit wie möglich zu lokalisieren. Je genauer die Stelle gefunden ist, desto erfolgreicher kann aufgetaut werden. Beim Auftauen entsteht durch das sich bildende Wasser Druck. Zum Druckausgleich ist ein Ventil am Ende der eingefrorenen Leitung zu öffnen. Mit dem Auftauprozess wird an der Seite zum offenen Ventil hin begonnen, damit das Wasser auch abfließen kann.

Für das Auftauen sind nur sichere und geeignete Wärmequellen zu verwenden. Auf keinen Fall ist offenes Feuer einzusetzen. Die Brandgefahr ist dabei zu hoch und die Leitungen können durch zu hohe Hitze beschädigt werden. Besser geeignet sind Tücher mit heißem Wasser, der Föhn oder auch Heizmatten und Wärmflaschen. Auch Heizkabel, wie es sie in jedem Baumarkt gibt, eignen sich sehr gut zum Auftauen. Diese flexiblen Kabel werden um die Leitung gewickelt und erhitzen die Rohre. Heizkabel sind auch gut als Frostschutz einsetzbar. Wenn sich am offenen Ventil wieder ein Wasserdurchfluss zeigt, wird das Fließwasser den weiteren Auftauprozess unterstützen.

Beim Auftauen von eingefrorenen Wasserleitungen ist immer sehr vorsichtig vorzugehen. Der Vorgang darf nicht zu schnell erfolgen, damit die Leitungen nicht platzen. Die Anlage ist dabei gut zu beobachten, damit undichte Stellen sofort erkannt werden. Nach dem erfolgreichen Auftauvorgang wird die Leitung mit Wasser gefüllt, um sie gründlich zu überprüfen. Ist eine Stelle defekt, muss die Wasserzufuhr sofort abgestellt werden. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, gilt es, bis zum Zeitpunkt der Schadensbehebung ein erneutes Einfrieren zu verhindern.

Sollte ein größerer Leitungsabschnitt oder eine Leitung in einem nicht zugängigen Bereich, beispielsweise in der Erde, eingefroren sein, ist es besser, einen Fachmann mit dem Auftauen zu beauftragen. Oftmals sind die Kosten zur Reparatur des entstandenen Schadens bei missglückten eigenen Versuchen höher als die Kosten für fachgerechtes Auftauen.

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This post was written by Robert Bele